Das bekannteste – und oft bemühte Projekt – ist eine Holzbrücke in Rotterdam, die einen benachteiligten Stadtteil besser an das Zentrum anschließen soll. Für 25 Euro konnte und kann man sich ein Brett der Brücke kaufen – und sich gleich darauf verewigen lassen. Innerhalb weniger Wochen wurden 17 000 Bretter verkauft. Ein Teil der Finanzierung konnte so durch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger erfolgen.

Ein anderes Beispiel ist der Aufbau eines freien und offenen WLAN-Netzes in der deutschen Stadt Paderborn. Die Nutzung ist dabei frei von Registrierung und Erfassung von. Das  Ziel von  Freifunk ist eine offene nicht-kommerzielle, hierarchielose Infrastruktur für freie Funknetzwerke.

Auch in Österreich gibt es bereits zahlreiche Beispiele. Eines davon ist die Teilfinanzierung der Erweiterung des Pausenhofs einer Volksschule in Götzis in Vorarlberg. 60 UnterstützerInnen – darunter auch lokale Unternehmen – finanzierten eine Summer von rund 10.000 €, die als Anschubfinanzierung für Landes- und Gemeindemittel dienten. Das Gesamtprojekt hatte ein Volumen von ca. 80.000 €.

Sollen öffentliche Projekte nur mit öffentlichem Geld  finanziert werden? Eine Finanzierungsform, die private Beteiligung zulässt sind Public-Private-Partnerships – eine bereits oft zu geübte Finanzierungspraxis. Kritik wird geübt, da der Rückzug der öffentlichen Hand in ohnehin schon vielen Bereichen schmerzhaft zu spüren ist, und private Investoren sind nicht immer erwünscht sind, um einer weiteren Ökonomisierung der Gesellschaft vorzubeugen.

Allerdings dürfte diese Kritik auf Crowdfunding für öffentliche Projekte nicht zutreffen. Viele GeldgeberInnen tragen zum Erfolg eines Vorhabens bei. Ziel ist nicht die Mehrung des eingesetzten Kapitals, sondern „Social Profit“.

Beitragsbild: Pieter Edelman, CC-BY-NC-ND